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Aufruf zur
Rallye
„Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“
Neben den Stolpersteinen
für die Opfer nun Informationen über die
Täter
Eine Rallye „Spurensuche
Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945“ will die
nordrhein-westfälische VVN-BdA aus Anlaß des 75.
Jahrestages der Machtübertragung an Hitler auf den Weg
bringen. Sie will eine Dokumentation über diese Verbrechen auf
dem Territorium ihres Landes an Rhein, Ruhr und Lippe schaffen. Antifa-
und Jugendgruppen sowie Schülerinnen und Schüler
sollen aufgerufen werden, vor Ort die Informationen über die
Täter zu sammeln und zusammenzutragen, um sie von der VVN-BdA
veröffentlichen zu lassen. Daraus könnten Schriften
oder auch Exponate entstehen.
1945 schworen die befreiten
Häftlinge des KZ Buchenwald u.a.: „Die Vernichtung
des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. ... Wir stellen den
Kampf erst ein, wenn auch der
letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.“
Doch die Wurzeln des Nazismus wurden nicht beseitigt, nur wenige der
Schuldigen standen vor den Richtern. Deshalb gilt es, die Wurzeln des
Nazismus weiter zu bekämpfen und die Schuldigen weiter zu
benennen. Eine erste Aktion soll am 4. Januar in Köln am
Stadtwaldgürtel 35 stattfinden. Dort haben sich vor 75 Jahren
Banker, rechte Konservative und Nazis unter Führung Adolf
Hitlers getroffen, um die Machtübertragung an Hitler
vorzubereiten. Dort befindet sich ein Schild mit dieser Inschrift:
„Hier, im Haus des Privatbankiers Kurt Freiherr von
Schröder, trafen sich am 4. Januar 1933 Adolf Hitler und Franz
von Papen, um über eine Regierungsbildung zwischen
Nationalsozialisten und Rechtskonservativen zu beraten. In einem
Gespräch wurden die Weichen für Hitlers Ernennung zum
Reichskanzler am 30. Januar 1933 gestellt und die Voraussetzungen
für die menschenverachtende Diktatur der Nationalsozialisten
geschaffen. Kurt von Schröder unterstützte bereits
vor 1933 die Ziele des Nationalsozialismus und organisierte nach 1933
finanzielle Leistungen der deutschen Wirtschaft an die SS.“
Zahlreiche Vertreter des
Großkapitals wurden im höchsten Maße
schuldig. Von ihrem Profit, den sie aus Krieg und Leid der Menschen
zogen, haben sie kaum etwas in Form von Entschädigung an die
Opfer zurückgezahlt. Wissenschaftler haben errechnet, dass im
Jahre 2000 bei der sog. Entschädigung der Zwangsarbeiterinnen
und Zwangsarbeiter nur zehn Prozent der Summe an entgangenem Lohn an
die Überlebenden gezahlt wurde, von den gut zehn Millionen
bereits verstorbenen Sklavenarbeitern gar nicht zu reden, die keinen
Pfennig oder Cent erhielten und deren Angehörige ebenfalls
leer ausgingen.
Zukunftsfonds von EVZ ist
gefordert
Die VVN-BdA NRW fordert den
Zukunftsfonds der Stiftung „Erinnerung Verantwortung
Zukunft“, die zur Zwangsarbeiterentschädigung
gebildet wurde, auf, die Schülerinnen und Schüler
über die Verbrechen der deutschen Wirtschaft aus der Zeit von
1933 bis 1945 aufzuklären oder entsprechende Projekte und
Recherchen zu fördern.
Schilder wie jenes am
Stadtwaldgürtel in Köln müssten an vielen
Orten im Lande stehen, meinen die Initiatoren der Rallye.
Mögliche Standorte solcher und ähnlicher Schilder
– die zugleich „Tatorte“ wären
– gibt es vielerorts. Der Standort der Villa Springorum an
der Hainallee in Dortmund, wo sich die Ruhrladen-Industriellen mit dem
Hitler-Steigbügelhalter von Papen am 7.1.1933 gegen die
Demokratie und den Frieden verschworen, soll ebenfalls Staion der
Rallye sein. Nicht vergessen werden soll die zum Quandt-Konzern
gehörende Fa. Busch-Jäger in Lüdenscheid,
von wo aus noch nach 1945 der Goebbels-Nachfolger Werner Naumann die
Fäden zu alten und neuen Nazigruppen spann. Das
Krupp-Zwangsarbeiterlager, das nicht mehr arbeitsfähige
Sklaven nach Auschwitz und Bergen-Belsen verbringen ließ,
verdient untersucht zu werden. Die VVN-BdA: „In jeder Stadt
gibt es Stätten, die auf einem ‚Atlas der
Täter’ vermerkt werden müssten: Vor allem
die Stätten der Sklavenarbeit und der
Kriegsendphasenverbrechen, aber auch die Konzernzentralen und die
firmeneigenen Gefängnisse.“ „Mörderisches
Finale - Die Kriegsendverbrechen des NS-Regimes“
heißt ein Buch, das in diesen Tagen herauskommt und das
Auskunft über viele Tatorte gibt, die im Rahmen der Rallye
untersucht werden sollten. Es wurde herausgegeben vom Internationalen
Rombergparkkomitee. Das Buch erscheint Anfang Februar 2008 bei
papyrossa, Köln - ca. 160 Seiten - EURO 12,90 -
Vorverkaufspreis EURO 10,--
Ulrich Sander "Wurzeln des Nazismus weiter
bekämpfen"
Eine Rallye "Spurensuche
Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945" will die Vereinigung der
Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) aus Anlass des 75. Jahrestages der
Machtübertragung an Hitler auf den Weg bringen. aus: Westfälische
Rundschau, Dortmunder Ausgabe, 31.12.2007 Der NRW-Landesverband will eine
Dokumentation über diese Verbrechen an Rhein, Ruhr und Lippe
erstellen. Antifa- und Jugendgruppen sowie Schülerinnen und
Schüler sollen aufgerufen werden, vor Ort die Informationen
über die Täter zu sammeln und zusammenzutragen, um
sie von der VVN-BdA veröffentlichen zu lassen. Daraus
könnten Schriften oder auch Exponate entstehen. Schuldige sollen vor die Richter
1945 schworen die befreiten Häftlinge
des KZ Buchenwald u.a.: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen
Wurzeln ist unsere Losung. ... Wir stellen den Kampf erst ein, wenn
auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.
"Doch die Wurzeln des Nazismus seien
nicht beseitigt worden, nur wenige der Schuldigen hätten vor
den Richtern gestanden, betont VVN-Sprecher Ulrich Sander. "Deshalb
gilt es, die Wurzeln des Nazismus weiter zu bekämpfen, und die
Schuldigen weiter zu benennen.
"Zur Erinnerung an "Hitlers
Steigbügelhalter aus der Wirtschaft" soll am 4. Januar eine
erste Aktion in Köln stattfinden. In Dortmund fordert die
VVN-BdA eine Erinnerungstafel am früheren Standort der
Springorum-Villa, wo sich die Industriellen der so genannten "Ruhrlade"
mit Hitlers Wegbereiter Franz von Papen am 7. Januar 1933 trafen. Sie
hätten sich dort gegen die Demokratie und den Frieden
verschworen - dies sollte ebenfalls eine Station der Rallye sein, so
Sander.
"In jeder Stadt gibt es
Stätten, die auf einem `Atlas der Täter' vermerkt
werden müssten: Vor allem die Stätten der
Sklavenarbeit und der Kriegsendphasenverbrechen, aber auch die
Konzernzentralen und die firmeneigenen Gefängnisse", fordert
die VVN. Schließlich hätten sich zahlreiche
Vertreter des Großkapitals im höchsten
Maße schuldig gemacht. "Von ihrem Profit, den sie aus Krieg
und Leid der Menschen zogen, haben sie kaum etwas in Form von
Entschädigung an die Opfer zurückgezahlt", so Sander.
Die Antifaschisten fordern daher den
Zukunftsfonds der Stiftung "Erinnerung Verantwortung Zukunft", die zur
Zwangsarbeiterentschädigung gebildet wurde, auf, die
Schüler über die Verbrechen der deutschen Wirtschaft
aus der Zeit von 1933 bis 1945 aufzuklären oder entsprechende
Projekte und Recherchen zu fördern. (alex) 
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